«Management-Theater» oder Strategie-Implementierung?

Fünf Anzeichen dafür, dass Sie ein ‘Theater’ aufführen

Es ist ein verbreiteter Glaube, dass Strategie auf dem Management-Level erdacht und von den restlichen Mitarbeitern im Unternehmen umgesetzt wird. Die Realität sieht aber anders aus: In der Umsetzung gibt es eine Reihe von Schlüsselentscheidungen zu treffen, welche geradeso erfolgskritisch für die Strategie sind.

«Management-Theater» oder Strategie-Implementierung?

‘Excellence in execution’ führt Jahr für Jahr die Listen der Top-Herausforderungen der CEO’s an. Dahinter versteckt sich eigentlich die Suche nach Antworten, welche helfen die Lücke zwischen Strategie und Wirkung zu schliessen.

Zunächst einmal sollten Sie versuchen zu verstehen, wie Ihr Unternehmen Strategien und deren Umsetzung plant – denn dies wird unweigerlich den Erfolg der Implementierung beeinflussen. Wie wichtig es ist, ein tieferes Verständnis über diese Prozesse zu gewinnen, zeigt die Tatsache, dass weniger als 33% der Strategien die erwartete Wirkung erzielen.

Weit verbreitetet ist dabei die Annahme, dass die Strategieplanung und -implementierung zwei separate, aufeinanderfolgende Aktivitäten sind. In diesem Setup werden Strategien vom obersten Management geplant und es besteht die Erwartung, dass die restlichen Mitarbeiter und Kader des Unternehmens diese Strategie umsetzen. Was dann in der Realität folgt, sind Mitarbeiter und Kader, die wenig motiviert sind, die neue Strategie ernsthaft umzusetzen und es darum nur halbherzig tun. Und ist die Motivation vorhanden, fehlt den Umsetzenden oft ein klares Verständnis, wie das «big picture» der Strategie sich auf ihre Stufe herunterbrechen lässt und effektiv umgesetzt werden kann. 

Strategieimplementierung in der Wiederholschleife

In den vergangenen 40 Jahren, haben wir an hunderten «Strategieprozessen» teilgenommen. Viele davon haben ihre erwartete Wirkung erzielt, während andere reines «Management-Theater» waren in dem jeder seine bekannte Rolle einnimmt. Frei nach dem Berner Motto: «Gäng wie gäng». Dann wird die Strategie in einer schön gestalteten PowerPoint-Präsentation vorgestellt – und am Ende, wenn sich der Vorhang schliesst, schaut man in ratlose und emotionslose Gesichter.

Um dies zu vermeiden, haben wir Ihnen eine Liste mit den fünf typischen Fehlern zusammengestellt, an dem Sie wirkungsloses «Management-Theater» in Ihrer Firma erkennen.

  1. Sie beziehen Ihre Mitarbeiter nicht ein.
    Sie treffen strategische Entscheidungen, ohne die Mitarbeiter einzubeziehen, die einen detaillierten Einblick in die Prozesse und Strukturen haben. Es sind aber genau diese Mitarbeiter, die als Strategie-Botschafter fungieren und somit nachhaltige Veränderungen hervorrufen könnten. Überlegen Sie sich also vorher genau, wen die neue Strategie zukünftig beeinflussen wird, sodass Sie genau diese Personen von Anfang an in den Strategieplanungsprozess miteinbeziehen können. Es lohnt sich, solche vielleicht neuen Modelle auszuprobieren, auch wenn es anfänglich ungewöhnlich erscheint.

  2. Sie treffen keine wirklichen Entscheidungen.
    Sie beziehen zwar die wichtigsten Mitarbeiter und Abteilungsleiter in den Strategiesitzungen mit ein, aber Sie treffen keine Entscheidungen die eine eindeutige Stossrichtung für das Unternehmen vorgeben. Sie verzetteln sich darin einen Konsens zwischen den unterschiedlichen Sichtweisen zu finden. Bemühen Sie sich im Vorhinein wirkliche Alternativen und Optionen auszuloten, um Strategiesitzung effizienter und aktiver zu steuern.
  1. Sie glauben, dass umfangreiche Datenerhebungen und -analysen die besten strategischen Optionen aufzeigen.
    Sie binden damit wertvolle Zeit und Ressourcen in der Datenbearbeitung, ohne zu wissen worauf Sie sich konzentrieren sollten und was genau nachhaltige Veränderungen bringen könnte. Eine Strategie lässt sich nicht aus Excel-Sheets ablesen. Strategieformulierung sollte ein kreativer Prozess sein, der überzeugende Stossrichtungen für das Unternehmen hervorbringt und eben nicht allein auf einer Analyse von historischen Daten basieren.
  1. Sie kommunizieren Ihre Strategie mit einem Top-Down-Ansatz.
    Sie stützen sich auf eine schön ausgearbeitete PowerPoint-Präsentation, um die Strategie zu kommunizieren, ohne jedoch zu reflektieren, ob diese Gewohnheiten und Prozesse verändern wird. Überlegen Sie sich genau, ob das «Neue» wirklich für jeden klar ist. Können die Mitarbeiter die Strategie nachvollziehen? Können sie die Strategie leben? Vertrauen die Mitarbeiter Ihnen?
  1. Sie glauben, dass die Umsetzung der Strategie der leichte Teil ist.
    Sie wissen zwar, dass es ‘immer an der Umsetzung’ scheitert, berücksichtigen dies aber nicht genügend. Unbewusst oder bewusst, behandeln Sie Ihre Mitarbeiter nämlich als «kopflose Ausführer», welche für eine erfolgreiche Umsetzung ausschliesslich Anweisungen brauchen. Versuchen Sie Transformation als eine Aneinanderreihung von Möglichkeiten und Entscheidungen zu sehen, die auf jeder Hierarchieebene neu evaluiert werden muss.

Inwiefern sind Sie von den fünf Anzeichen betroffen? Unterziehen Sie Ihre Strategie einer 'Entgiftungskur' und erreichen Sie so mehr Wirkung!

Das Gewöhnliche herausfordern

Bei Implement sind wir überzeugt, dass Strategie – richtig umgesetzt – ein Katalysator für Transformationsprozesse ist. Wir grenzen uns von den «klassischen» Strategieberatungen ab, indem wir einen kollaborativen Ansatz verfolgen, der das gesamte Unternehmen umfasst bzw. miteinbezieht und Mitarbeiter als selbstständige Individuen betrachtet, die ihre eigenen Entscheidungen treffen. Unser Strategieansatz basiert auf dem Prinzip, dass nicht ‘ein Problem’ gelöst, sondern die richtige Herangehensweise (das passende ‘Design’) gefunden werden muss.